Für die Jahre um 1820 findet sich in den neuerdings erschlossenen Unterlagen ein wiederkehrender Hinweis auf eine in den Quellen als „Graf von Schellenberg“ bezeichnete Person, deren tatsächliche genealogische Einordnung bislang nicht eindeutig geklärt werden konnte. Weder in den bekannten nassauischen Adelsverzeichnissen noch in benachbarten Territorien lässt sich ein entsprechender Titel zweifelsfrei nachweisen. Gleichwohl deuten mehrere Einträge darauf hin, dass es sich um eine lokal bedeutsame Persönlichkeit gehandelt haben muss.
Als Sitz dieser Person wird ein Anwesen beschrieben, das sich im Bereich des heutigen Flur „Kniesahlen“ befunden haben soll. Die Aufzeichnungen sprechen von einem repräsentativen Wohngebäude. Mehrere Hinweise deuten auf wiederholte Änderungen der Bauausführung hin; vereinzelt finden sich Vermerke örtlicher Handwerker, die auf Verzögerungen bei der Materialbereitstellung sowie auf Abweichungen von den üblichen Baugepflogenheiten Bezug nehmen.
In verwaltungsgeschichtlicher Hinsicht werden dem hiesigen Grafen eine Reihe von Anordnungen zugeschrieben, die vor allem den land- und jagdwirtschaftlichen Alltag betrafen. So wird etwa eine regelmäßige Erfassung von Erträgen sowie eine koordinierte Haltung von Nutztieren erwähnt, mit dem erklärten Ziel einer verbesserten Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit der wirtschaftlichen Verhältnisse innerhalb der Gemarkung.
Von besonderem Interesse ist ein mehrfach belegter Hinweis auf eine systematische Zucht von kurzläufigen Jagdhunden, die in den Quellen als „Dackel“ oder „Erdhunde“ bezeichnet werden. Einzelne Aufzeichnungen lassen tabellarische Erfassungen von Körpermaßen, Fellmerkmalen und jagdlichem Verhalten erkennen, was auf eine für die Zeit ungewöhnlich konsistente Dokumentationsweise hindeutet.
Ergänzend finden sich vereinzelte Hinweise auf eine intensivere jagdliche Nutzung der Gemarkung im Bereich des Schellenbergs. In diesem Zusammenhang werden wiederholt Treibjagden sowie die gezielte Bejagung von Niederwild erwähnt, wobei den kurzläufigen Hunden offenbar eine besondere Bedeutung zukam. Einzelne Notizen lassen darauf schließen, dass deren Einsatz nicht nur praktisch, sondern auch im Hinblick auf eine vergleichende Beobachtung ihres Verhaltens erfolgte.
Die Einträge brechen im Frühjahr 1831 ohne weitere Erläuterung ab. Über die Gründe hierfür liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, jedoch lässt der Zusammenschluss von Schellenberg mit Hellenhahn durch Wilhelm von Nassau in jenem Jahr einen Zusammenhang vermuten.
Einzelne spätere Hinweise auf den Graf von Schellenberg könnten auf eine fortdauernde lokale Erinnerung an die genannte Person hindeuten. Diese Bezugnahmen bleiben jedoch in ihrer Aussagekraft begrenzt und lassen sich mangels eindeutiger Zuordnung weder in einen gesicherten Zusammenhang mit den früheren Aufzeichnungen bringen noch verlässlich historisch einordnen.