S. 35-36 1844/1845: Strenger Winter
Der Winter 1844/45 muss besonders streng und lang anhaltend gewesen sein, denn der damalige Lehrer Fries schreibt dazu in der Schulchronik:
„Der Winter 1844/45 zeichnet sich sowohl durch eine äußerst strenge Kälte, als auch im Nachwinter durch eine ungeheuer, noch nie gehabte Menge Schnee, besonders in der letzten Hälfte des Monats Januar, durch den ganzen Monat Februar und März aus. In den 2 letzten Monaten nämlich Februar und März war die stürmische Witterung so strenge, dass fast jeden Morgen von den Einwohnern beider Dörfer Schnee geschöpft werden musste, damit die Kinder nach der Schule kommen konnten, aber alles half nichts; denn wie die Leute vorne schöpften, jagte der Sturm die gemachte Spur hinten wieder zu. Es war daher eine Unmöglichkeit, dass die Kinder zur Schule kommen konnten. Selbst den rohesten und wildesten Knaben war die Witterung zu abscheulich. In den Monaten Februar und März war solche Witterung, dass es unmöglich war nach Hellenhahn oder Schellenberg zu gelangen.
Um Nichts ging mirs schlechter, als um das Wasser. Einmal habe ich in drei Tagen keinen Tropfen ins Haus bekommen können. Ich musste mir daher durch Schneeschmelzen den nöthigen Bedarf an Wasser zu verschaffen suchen. Doch war die Kälte vom 13ten bis zum 23ten März am beißensten. Bei dem stärksten Einheizen fühlte man die Wärme in dem Lehrzimmer noch keine 2 Schritte vom Ofen. Selten konnte ich den ganzen Winter mehr wie 20 – 30 Schüler zusammen bekommen, denn kam ein Kind heute zur Schule, so zog es sich eine Erkältung zu und war morgen krank. Die ältesten Einwohner beider Dörfer wissen sich einer solchen Kälte in der schon so weit vorgerückten Jahreszeit nicht zu erinnern.“
S. 69 1906: Pfarrer Gräf verirrte sich auf dem Weg nach Pottum
Die Schulchronik berichtet: Am ersten Weihnachtstag lag der Schnee so hoch und es herrschte ein solcher Nebel, dass unser Herr Pfarrer Gräf auf dem Weg nach Pottum, als er zur Mette ging, vom Wege abkam und drei Stunden im tiefen Schnee irrte, bis er bei Stahlhofen wieder den Weg erkannte.
S. 117-118 1931
[…] Der Schnee liegt geschlossen neun Wochen lang bis ins Frühjahr. In solcher Höhe habe ich ihn hier noch nicht erlebt. Die Wege nach Pottum und Neustadt waren schrecklich. Zweimal kamen morgens in aller Frühe Jungmänner von Pottum mit Schaufeln bewaffnet und holten ihren Pfarrer zum Gottesdienst. Ohne sie war ein Durchkommen unmöglich. Das unaufgeforderte Verhalten der Pottumer Jungmänner verdient festgehalten zu werden. […]
S. 169-170 Schneereicher Winter
Der Winter 1940/41 war außerordentlich schneereich. Die Straßen konnten mit dem Schneepflug der Straßenmeisterei nicht verkehrsfähig gehalten werden. So musste an vielen Tagen die Bevölkerung zum Schneeräumen antreten. Die Bewohner von Hellenhahn mussten die Straße Richtung Pottum und Höhn freihalten, wenn nötig auch Richtung Seck, während die Schellenberger Bürger die Straße nach Neustadt und die Straße Richtung Rennerod freihalten mussten.
S. 224-226 Winter 1957/1958
Winter mit lang andauernden Schneefällen und Schneeverwehungen, die erhebliche Verkehrsbehinderungen bedeuteten und manchmal ganze Dörfer tagelang von der Umwelt abgeschnitten haben, sind seit Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen. Einer der letzten Winter von der vorgenannten Art wurde im Jahre 1957/1958 registriert. Schnee von bis zu einem Meter - und Verwehungen von mehreren Metern Höhe - verursachten starke Verkehrsbehinderungen. Auf altbewährte Weise musste die Bevölkerung Schnee räumen. Die Schellenberger Bürger waren für die Straße nach Neustadt und den Trift bis zur Bundesstraße zuständig. Konnte die Straßenmeisterei die Bundesstraße nach Rennerod nicht frei halten, mussten auch noch die regelmäßig auftretenden Schneeverwehungen auf der Bundesstraße im Bereich Langenstückern beseitigt werden.
Die Hellenhahner Bürger mussten die Straße nach Pottum und die Bundesstraße nach Höhn bis zur Schutzhecke räumen, falls erforderlich auch die Straße in Richtung Seck. Der Winter 1957/1958 brachte viel Schnee. Obwohl inzwischen die Straßenmeisterei schon mit modernen Räumgeräten ausgestattet war, musste die Bevölkerung dennoch in altbewährter Weise zum Schneeräumen eingesetzt werden. Die Schneefräse der Straßenmeisterei Rennerod musste dann doch noch helfen. Seit dem Winter 1957/1958 ist nicht mehr so viel Schnee gefallen. Der Räumdienst konnte in den folgenden Jahren stets von den Mitarbeitern der Straßenmeisterei mit Hilfe moderner Räumgeräte bewältigt werden.